Über Granate

Granate sind Juweliersteine, die der Menschheit seit altertümlichen Zeiten bekannt sind. Seine Benennung erhielt Granat vom lateinischen Wort „granatus“ – d.h. körnig, der an Körne der Granatfrüchte erinnernde Stein. Häufig meinen die Menschen, dass Granate nur rotfarbige Steine sind. In der Wirklichkeit aber besteht die Granatklasse aus zahlreichen Abarten, deren Farbe sich von farblos bis schwarz variiert. Die Granatklasse gehört zu Silikaten und verteilt sich in 2 Unterklassen je nach ihrer chemischen Zusammensetzung. Es sei folgende Gruppen auszusondern: die Gruppe von Eisen-Magnesia-Mangan-Granaten – von Piralspiten, die nach den ersten Silben von den zu dieser Unterklasse gehörenden Granaten – Pyrop, Almandin, Spesartin – genannt wurden. Die zweite Unterklasse stellen Kalziumgranate - Ugrandite dar, das sind Uvarovit, Grossular, Andradit. In Rahmen dieser Unterklassen ist Isomorphie gut entwickelt (d.h. Fähigkeit einiger chemischen Elemente die anderen chemischen Elemente bis zu vollständiger Substitution zu ersetzen).

Hiermit werden jede dieser Abarten, ihre Farbe, ihr Gewinnungsraum behandelt.

Pyralspite. Zu dieser Gruppe gehören Granat Pyrop, Almandin, Spessartin.

  •  Pyrop. Die Benennung eines der bekanntesten und schцnsten Granate kommt vom Griechischen „pyropos“ – dem Feuer gleich. Zu verschiedenen Pyrop-spessartinZeiten wurde dieser Stein auf verschiedene Weise genannt: Karfunkel, sowie bohemischer Rubin, Kaprubin, Arizona-Rubin. Pyrop ist ein Magnesiagranat mit der Formel Mg3Al2(SiO4)3. Gewöhnlich hat Pyrop rote, rot-violette, braun-rote bis zur dunkel rote Farbe. Die Hauptbeimischung, die die Farbe von Pyrop bestimmt, sind die Ione von Cr3+ und Fe3+. Pyrope werden in vielen Vorkommen gewonnen: in Tschechien (Böhmen), in Tansania, in der Republik Südafrika und anderen afrikanischen Ländern, in Indien, auf Sri Lanka, in Brasilien, Argentinien, Australien, Norwegen, Russland. In Tansania, auf Sri Lanka, sowie in anderen Gebieten findet man Granate-Pyrope mit dem Effekt der wechselnden Farbe (Alexandriteffekt). Die Farbe dieser Steine wechselt sich vom Blau-Grün, Blau beim Tageslicht, bis Rot, Purpurrot beim Kunstlicht. Das wird von Cr, V und Fe3+ Beimischungen verursacht.
  • Almandin ist der verbreiteste Granat. Seine Benennung ist mit dem Almandinveränderten Gebietsnamen Alabanda in Kleinasien almandinverbunden, wo in den alten Zeiten diese Steine bearbeitet wurden. Andere Benennungen sind auch bekannt – Karfunkel (auch wie ein Pyrop), Antraks, Karfunkelstein. Almandin hat folgende Formel: Fe3Al2(SiO4)3. Die Farbe von Almandin ist mit Ionen Fe2+ und Mn2+ verbunden. Die Farbe von Almandinen kann Rot, Purpurrot sein. Gute Steine werden auf Sri Lanka, in Indien, Brasilien, in den USA, in Kanada, Tansania, Sambia und auf Madagaskar gewonnen.


Es kann sehr schwer sein, Pyrop von Almandin visuell zu unterscheiden,
weil sie zur Endgruppe der isomorphen Reihe gehören und sehr ähnlich sein können.

Ein Zwischenmitglied dieser isomorphen Reihe ist Granat-Rhodolit, der in seiner chemischen Zusammensetzung sowohl Magnesium als auch Eisen enthält. Die Farbe von Rhodolit ist von Purpurrosa bis Rosa. Granate Rhodolite werden in Tansania, Simbabwe, auf Sri Lanka und Madagaskar gewonnen.

  • Spessartin. Der Stein bekam seine Benennung vom Gebiet Spessart in Bayern, wo er zum ersten Mal gefunden wurde. Spessartin hat folgende Spessartinchemische Formel: Mn3Al2(SiO4)3. Die Farbe von Spessartinen schwenkt von Gelb-Braun durch Orange bis Rot-Orange. Die wertvollste Form von Spessartin wird Mandarin-Granat genannt und ist feuerrot. Dieser Stein wird in Afrika und auf Madagaskar, in Brasilien, auf Sri Lanka, in Mexiko u.a. gewonnen.


Ein Übergangsglied zwischen Pyrop und Spessartin bildet Granat „Malaya“, der
Spessartin1979 in Tansania gefunden wurde. Dieser Granat ist orange-rot.

Bei den Granaten aus der Gruppe von Piralspiten kann man seltene Muster mit den Mineraleinsprengungen von Rutilkristallen treffen, die der Chatoyance-Effekt, auch Katzenaugen-Effekt genannt, sowie der Sterneffekt (sechs und zwölf Strahlen) haben.

Urgandite. Zu dieser Gruppe gehören Granate Uvarovit, Grossular und Andradit.

  • UvarovitUvarovit. Eine seltene Art von Granaten, die nach einem der  Präsidenten der Kaiserakademie der Wissenschaften Russlands, dem Grafen S.S. Uvarov genannt und zum ersten Mal in der Mitte des 19. Jh. im Uralgebirge gefunden wurde. Die Chemieformel des Minerals ist Ca3Cr2(SiO4)3. Die smaragdgrüne Farbe dieses Granats wird durch Cr3+ bedingt. Zurzeit wurde er auch in den USA, in Kanada, Finnland, Norwegen, in der Republik Südafrika gefunden. Leider gibt es dieser Stein hauptsächlich in der Form kleiner Kristalle von 1-2mm; große Muster von 1 cm trifft man sehr selten. Gewöhnlich ist er auf dem Markt als Bürsten vertreten.


 

  •  Grossular. Dieses Mineral erhielt seine Benennung wegen des grünen hesonitFarbtons, der an die Stachelbeere (auf Latein – „grossularia“) erinnert. Chemische Zusammensetzung von Grossular ist Ca3Al2(SiO4)3. Die Farbe variiert sich vom Gelben durch Grünengelben bis zu Gelbbraunen. Grossular wird in Pakistan, Mali und in anderen Ländern gewonnen. Es gibt auch einige Abarten. So wird ein Granatgrossular, der durch Vanadium in die Farbe vom Grasgrün bis zu sattem Grünen gefärbt ist, Tsavorit – nach dem Ortsnamen seines Auffindens und seiner Gewinnung an der Grenze zwischen Kenia und Tansania neben dem Nationalpark Tsavo genannt. Der durch den Zusatz von Fe3+ -Ionen in Gelbbraunen und Honiggelben gefärbte Grossular wird Gessonit – vom Griechischen „gesson“ – kleiner, schwächer - genannt (das ist mit einigen diagnostischen Verhalten des Steins verbunden). Ein farbenloser Grossular wird auch Leukogranat – vom Lateinischen  „leuko“ – weiß – genannt. Leukogranat wird in Kanada, Mexiko, Tansania. Das aus Grossulargranat bestehende Gestein, das Hydrogrossular genannt wird, kann auch gewonnen werden (er ist auch als Transwalsker (afrikanischer) Jade bekannt). Er wurde Grossulárin Südafrika im Jahre 1905 entdeckt und wird durch das Vorhandensein der Formel in der Wasserformel Ca3Al2(SiO4)2(OH)4 gekennzeichnet. Zurzeit wird er auch in Neu-Seeland, Pakistan und in anderen Ländern gewonnen. Die Färbung von Grossular kann je nach dem Inhalt von Fe und Mn verschieden sein. Falls Fe weniger als 2 % betrдgt, ist der Stein farblos bzw. hesonitverschossen, und großer Eisenzusatz bedingt dunkelgrüne Farbe mit gelblichen Farbtönen. Wegen Mn entsteht rosa Färbung vom Hydrogrossular (wird in Mexiko gewonnen). Im Hydrogrossular aus Pakistan, sowie in einigen anderen Vorkommen wurden Zusätze von Cr festgestellt, die sattgrüne Färbung dem Stein verleihen.


  • Andradit ist noch ein Glied der isomorphen Reihe. Er wurde zum Ehren des portugiesischen Mineralogen De Andrada genannt. Chemische Formel von Granat Andradit ist Ca3Fe2(SIO4)3. Die Farbe von Andradid selbst ist tsavorithonigbraun. Er wird als Sammlungsmineral benutzt, hat aber auch Abarten. Andradit in gelbgrüner und sattgrüner Farbe wird Dimantoid – vom Holländischen „dem Diamant ähnlich“ benannt, was sein intensives Spiel und Glanz in geschliffener Form wiedergibt. Die Farbe von Dimantoid ist durch den Zusatz von Fe3+ und Cr3+ bedingt. Zum ersten Mal wurde dieses Mineral im tsavoritJahre 1868 im Ural-Gebirge entdeckt, im Jahr 1874 wurde die bekannteste Lagerstätte im Ural – Sysertskoe festgestellt. Heutzutage werden Dimantoide auch in Seifen von Sri-Lanka, in Kongo, Seir, den USA gefördert. Dimantoid ist einer der teuersten Granate (den zweiten Platz je nach dem Wert nimmt Tsavorit ein).


Andradit in schwarzer Farbe wird Melanit – vom Griechischen „melas“ – schwarz melanite– genannt. Die Farbe von Melanit ist durch den Titanzusatz bedingt. Er ist in Deutschland, den USA, Russland und in anderen Ländern zu treffen.

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